Lausitzring
Die Lausitzring Strecke – alle Infos zur Streckenführung
So ist der Lausitzring aufgebaut: Grand-Prix-Strecke im Tri-Oval, Fahrtrichtung, Kurven, Varianten, Testanlagen und die Geschichte vom Tagebau zur Rennstrecke.
Der Lausitzring ist anders gebaut als die meisten Rennstrecken in Deutschland. Um die Grand-Prix-Strecke herum liegt ein Tri-Oval nach amerikanischem Vorbild, und je nach Veranstaltung werden beide Kurse kombiniert. Die DTM spricht deshalb von einer „Roval“, einer Mischung aus Oval und Rundkurs. Wer die Streckenführung kennt, versteht schneller, wo beim Zuschauen die spannenden Stellen liegen und wo beim Selbstfahren die Herausforderungen warten.
Ein Kurs im Kurs
Den äußeren Ring bildet das Tri-Oval: drei überhöhte Kurven, verbunden durch drei leicht geneigte Geraden. In seinem Inneren liegt die Grand-Prix-Strecke mit dem kurvigen Infield. Beide Kurse teilen sich die Start-Ziel-Gerade, die zwischen der Haupttribüne und dem Fahrerlager verläuft. Die Boxengasse liegt also innerhalb des Ovals, gegenüber den Zuschauerrängen.
Große Teile des äußeren Rings säumen Tribünen. Lücken gibt es dort, wo Zufahrten ins Innere führen. Weil die Grand-Prix-Strecke im Inneren des Ovals liegt, sehen Zuschauer von der Haupttribüne aus große Teile des Kurses: Er liegt wie in einer Arena vor ihnen.
Die Grand-Prix-Strecke im Detail
Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Der Betreiber zählt zwölf Kurven, sieben links und fünf rechts, mit ständig wechselnden Radien. Kaum eine Kurve gleicht der nächsten, jede verlangt einen eigenen Bremspunkt und eine eigene Linie. Die Geraden sind 12 bis 24 Meter breit, die längste misst 648 Meter.
Ganz flach ist der Kurs nicht: Steigungen und Gefälle erreichen bis zu 4,5 Prozent. Dazu kommt eine Querneigung von 2,5 Prozent, die an einzelnen Stellen bis auf 10 Prozent steigt. Eine Runde beginnt mit Vollgas auf der Start-Ziel-Geraden, dann knickt die Strecke ins Infield ab. Dort reiht sich Kurve an Kurve, bevor es zurück auf die Gerade geht.
Varianten: kurz, lang und mit Turn 1
Die Grand-Prix-Strecke ist konfigurierbar. In der kurzen Variante biegen die Fahrzeuge früh von der Start-Ziel-Geraden ins Infield ab, die Fachleute sprechen von der Kurzanbindung. In der langen Variante fahren sie zunächst durch die überhöhte erste Kurve des Tri-Ovals, das sogenannte Turn 1, und erst dann ins Infield.
Die DTM hat beides ausprobiert. 2021 fuhr sie erstmals im Rennen durch die Steilkurve, seit 2023 nutzt sie wieder die Kurzanbindung. Für Motorräder gibt es eine eigene Variante, die unter anderem die Superbike-Weltmeisterschaft nutzte. Welche Konfiguration an einem Fahrtag gefahren wird, legt der jeweilige Veranstalter fest.
Beim Selbstfahren mit Racepool99 sitzt ein Instruktor neben Ihnen und zeigt über eine Gegensprechanlage im Helm, wo Sie bremsen und einlenken. Gerade auf einem Kurs mit so vielen unterschiedlichen Radien ist das eine große Hilfe.
Mehr als eine Rennstrecke
Unter DEKRA ist der Lausitzring zugleich ein Testzentrum für die Fahrzeugindustrie. Rund um die Rennstrecke liegen weitere Kurse, die sich für Tests, Trainings und Events kombinieren lassen:
- Hochgeschwindigkeitsoval: zwei lange Geraden und parabolische Steilkurven, in denen ein Auto bei 120 km/h keine Querkräfte mehr spürt.
- Offroad-Gelände: fünf Kilometer mit Steigungen, Schrägfahrten, Sandbett und zwei Wasserdurchfahrten.
- Citykurse: ein nachgebautes Straßennetz mit Kreuzungen, Kreisverkehren und Straßenbahnschienen, angelegt für die Erprobung automatisierter Fahrfunktionen.
- ABS-Strecke, Slalomstrecken und Fahrdynamikfläche: Module für Bremsversuche, Ausweichmanöver und Schleuderübungen, die auch in den Fahrsicherheitstrainings genutzt werden.
Das Gelände ist eingezäunt, der Zugang wird kontrolliert, und Waldgürtel schützen vor neugierigen Blicken. Für Hersteller, die hier Prototypen erproben, ist das eine wichtige Voraussetzung.
Vom Tagebau zur Rennstrecke
Die Idee einer Rennstrecke in der Lausitz ist älter als die Anlage selbst: Schon zu DDR-Zeiten stand sie 1986 im Fünfjahresplan. Gebaut wurde schließlich auf dem Kippengelände des ehemaligen Tagebaus Meuro, als Ersatz für die Berliner AVUS. Baubeginn war im Juni 1998, eröffnet wurde am 20. August 2000 vor 110.000 Zuschauern.
2001 und 2003 fuhr die US-Serie CART auf dem Tri-Oval. 2001 verunglückte dort Alessandro Zanardi schwer. Außerdem gastierten Superbike-WM, A1 Grand Prix und die Red Bull Air Race auf dem Gelände, die DTM kommt seit dem Eröffnungsjahr. Seit dem 1. November 2017 gehört die Anlage DEKRA und heißt seitdem DEKRA Lausitzring. Mehr zur Strecke lesen Sie auf unserer Seite zum Lausitzring.
Häufige Fragen
In welche Richtung wird am Lausitzring gefahren?
Gegen den Uhrzeigersinn. Deshalb überwiegen auf der Grand-Prix-Strecke die Linkskurven: sieben von zwölf.
Wird das Tri-Oval heute noch befahren?
Ja. Die Start-Ziel-Gerade gehört zu jeder Variante der Grand-Prix-Strecke, die erste Steilkurve zur langen Variante. Außerdem nutzt DEKRA die geneigten Geraden für Tests, etwa zur Kalibrierung von Lenkungen.
Ist der Lausitzring für Einsteiger geeignet?
Ja. Die breiten Geraden geben Zeit, sich zu orientieren, und bei Racepool99 fahren Sie nie allein: Ein Instruktor begleitet jede Runde. Die vielen unterschiedlichen Kurven machen den Kurs trotzdem auch für Erfahrene spannend.
Was ist eine Roval?
Ein Kunstwort aus „Road Course“ und „Oval“. Gemeint ist eine Strecke, die Teile eines Ovals mit einem kurvigen Innenteil verbindet. Am Lausitzring nutzt die DTM die Start-Ziel-Gerade des Tri-Ovals und das Infield.