Oschersleben

Motorsport Arena Oschersleben: Informationen zur Strecke

Geschichte, Streckenverlauf, Charakter und Ausstattung: was die Motorsport Arena Oschersleben auszeichnet und was Fahrer wissen sollten.

Die Motorsport Arena Oschersleben liegt am Ostrand der Kleinstadt Oschersleben (Bode) in der Magdeburger Börde, knapp 30 Kilometer Luftlinie südwestlich von Magdeburg. Seit 1997 fahren hier internationale Rennserien, nationale Meisterschaften und Hobbyfahrer. Dieser Artikel beschreibt, wie die Strecke entstanden ist, wie eine Runde verläuft und was die Anlage ausmacht.

Vom Maisfeld zur Rennstrecke

Wo heute die Arena steht, wuchs Mitte der 1990er-Jahre Mais. Der symbolische erste Spatenstich fand am 5. April 1995 statt, gebaut wurde rund 13 Monate lang. Generalunternehmer war die Firma Bunte aus Papenburg im Emsland. Auf etwa einer Million Quadratmetern wurden mehr als 1,25 Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Am 25. Juli 1997 eröffnete die Anlage unter dem Namen „Motopark Oschersleben“, die Kosten lagen bei rund 58 Millionen Euro.

Wirtschaftlich lief es nicht immer rund. Im Januar 2002 beantragte die Betreibergesellschaft ein Insolvenzverfahren, der Rennbetrieb ging aber weiter. Im Juni 2005 übernahm ein Konsortium um das Bauunternehmen Bunte die Anlage, noch in derselben Saison wurde sie in „Motorsport Arena Oschersleben“ umbenannt. 2007 folgte der Umbau der ersten Kurve. Die Strecke ist heute nach FIA-Grad 2 lizenziert.

Eine Runde im Überblick

Gefahren wird im Uhrzeigersinn. Die Grand-Prix-Variante hat 14 Kurven, je sieben nach links und nach rechts. So verläuft eine Runde:

  1. Start-Ziel-Gerade: rund 700 Meter lang, mit den Boxen auf der einen und der Haupttribüne auf der anderen Seite. An ihrem Ende liegt die schnellste Stelle der Strecke.
  2. Erste Kurve: eine enge 90-Grad-Linkskurve, direkt gefolgt von einer Rechtskurve. Hier wird so hart gebremst wie nirgends sonst.
  3. Hotelkurve: eine Rechtskehre gleich neben dem Hotel, danach geht es in einem langen Bogen nach Osten.
  4. Hasseröder Kurve: eine weite 180-Grad-Kehre im Infield, direkt vor der gleichnamigen Tribüne. Hinter ihr zweigt die Abkürzung für den kürzeren B-Kurs ab.
  5. Triple: drei Linkskurven hintereinander im Westen der Anlage, im Bereich der Nord- und der Westtribüne.
  6. Kehre und Schikane: eine Rechtskehre am westlichen Ende, danach die Schikane, deren Randsteine viele Fahrer voll ausnutzen.
  7. Gegengerade und Schlussabschnitt: Die Strecke führt nach Norden und Osten, unter einer Zuschauerbrücke hindurch, und über die letzte Kurve zurück auf die Start-Ziel-Gerade.

Was die Strecke ausmacht

Den Namenszusatz „Arena“ trägt die Anlage wegen ihrer Zuschauerbereiche. Sie liegen sechs bis acht Meter über der Fahrbahn, sodass Besucher von vielen Plätzen große Teile der Strecke überblicken. Besonders im Nordwesten rund um das Triple wirkt das wie ein Stadion.

Fahrerisch ist Oschersleben eher technisch als schnell. Die Strecke ist 11 bis 13 Meter breit, der Höhenunterschied beträgt 23 Meter. Überholt wird vor allem am Ende der Gegengerade und beim Anbremsen der ersten Kurve. Für Letzteres ist ein guter Ausgang aus der letzten Kurve entscheidend. Die enge erste Kurve nach der langen Geraden sorgt bei Rennstarts regelmäßig für Gedränge. Das Triple und die Schikane zählen zu den anspruchsvollsten Passagen der Runde.

Sicherheit und Ausstattung

Bei der Planung wurde viel Wert auf großzügige Kiesbetten und Auslaufzonen gelegt. Dazu kommen dreifache Leitplanken, Reifenstapel, Fangzäune, Rettungswege, eine Ampelanlage und Videoüberwachung aus der Rennleitung. Beim Umbau 2007 wurden die Auslaufzonen am Triple erweitert und teilweise asphaltiert, damit Fahrer nach einem Ausritt schneller zurückfinden.

Das Medical Center mit Hubschrauberlandeplatz betreut seit der Eröffnung das Deutsche Rote Kreuz aus Wanzleben. Rund 80 haupt- und ehrenamtliche Helfer leisten dort nach Angaben der Arena etwa 700 Einsätze im Jahr. Das Boxengebäude hat 29 Boxen von je 6 mal 12 Metern, im Turm an der Start-Ziel-Linie sitzen Rennleitung und Pressezentrum. Zur Anlage gehören außerdem eine 1.018 Meter lange Kartbahn, ein Offroad-Gelände, ein Fahrsicherheitszentrum und ein Vier-Sterne-Hotel.

Mehr zu Terminen, Fahrzeugen und Preisen für Ihren eigenen Besuch finden Sie auf unserer Streckenseite zu Oschersleben.

Racepool99 fährt hier 2027 am 16. August mit Renntaxi und Selbstfahren, unter anderem im Porsche 911 GT3, Lamborghini Huracán, Ferrari F488 GTB und Audi R8 V10.

Wer hier fährt

Die Arena kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 280 Betriebstage im Jahr. Die DTM war bis 2026 bei 27 Rennen zu Gast und kehrt vom 7. bis 9. Mai 2027 zurück. Dazu kommen Motorradrennen der IDM, die Seitenwagen-WM, nationale Rennwochenenden und der NATC, eine Breitensportserie, die in Oschersleben entstanden ist. An vielen anderen Tagen mieten Veranstalter die Strecke für Trackdays, Trainings und Tests.

Häufige Fragen

Wo genau liegt die Strecke?

Am Ostrand von Oschersleben (Bode) im Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt. Die Anschrift lautet Motopark Allee 20–22, 39387 Oschersleben (Bode).

In welche Richtung wird gefahren?

Im Uhrzeigersinn. Auf der Start-Ziel-Geraden fahren die Autos nach Westen, die erste Kurve ist eine Linkskurve.

Warum heißt die Strecke „Arena“?

Weil alle Zuschauerbereiche sechs bis acht Meter über der Strecke liegen. Von dort sieht man weite Teile des Kurses.

Seit wann gibt es die Strecke?

Seit dem 25. Juli 1997, damals noch als „Motopark Oschersleben“. Den heutigen Namen trägt sie seit 2005.

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