Sachsenring
Das Sachsenring Kurventraining für bessere Fahrtechnik
Kurventraining am Sachsenring für Motorrad und Auto: Programme und Preise, Übungen im Omega und Technik-Tipps zu Blick, Linie und Bremspunkt.
Kurven entscheiden über Rundenzeit und Sicherheit, auf der Rennstrecke wie auf der Landstraße. Der Sachsenring ist dafür ein gutes Übungsgelände: 13 bis 14 Kurven auf 3,7 Kilometern, dazu Gefälle, Kuppen und Pisten, die sich bewässern lassen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Kurventrainings es am Sachsenring für Motorrad- und Autofahrer gibt und worauf es technisch ankommt.
Warum der Sachsenring für Kurventraining taugt
Der Sachsenring packt viele Kurven auf wenig Länge. Zehn führen nach links, dazu kommen Steigungen bis 10 Prozent und Gefälle bis 12,8 Prozent. Die längste Gerade misst nur 780 Meter, Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Wer hier sauber fährt, hat die wichtigsten Kurventypen geübt: enge Kehren, schnelle Bögen, blinde Einfahrten und Kurven bergauf und bergab.
Das Omega, eine Kurvenkombination mit sehr engem Radius, lässt sich bewässern. Dort trainieren Autofahrer Kurvenfahren und Bremsen in der Kurve auf nassem Asphalt. Auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums gibt es außerdem Kreisbahnen mit Gleitbelag, eine Kuppe mit 12 Prozent Gefälle und große Dynamikflächen. So lässt sich eine Technik erst in Ruhe üben und dann auf der Strecke anwenden.
Kurventraining für Motorradfahrer
Kurven-Schräglagentraining
Das Programm des Fahrsicherheitszentrums richtet sich an sportliche Fahrer, Kurvenliebhaber und Rundstreckenkenner. Es dauert rund fünf Stunden und findet nur werktags statt, nachmittags von 14 bis etwa 19 Uhr. Auf dem Plan stehen Kurvenstile, Linienwahl und Blickführung, Achten und Handling-Übungen, Kurvenfahren im Omega und Runden auf der Omega-Schleife, einem Teilstück der Grand-Prix-Strecke.
- Preis: 177 Euro pro Person, eine Gruppe mit bis zu acht Personen kostet 1.192 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand: November 2026).
- Voraussetzung: ein absolviertes Motorrad-Sicherheitstraining, Erfahrung auf der Rundstrecke ist von Vorteil.
- Ausrüstung: Lederkombi oder Textilkombi mit Protektoren und Lederstiefel.
- Motorrad: eigenes Fahrzeug mit Straßenzulassung, das die Lärmvorschriften des Sachsenrings einhält.
Rennstrecken-Basistraining
Wer die ganze Grand-Prix-Strecke will, bucht das Rennstrecken-Basistraining: Training in Gruppen am Vormittag, freies Fahren am Nachmittag, zusammen rund achteinhalb Stunden. Es kostet 298,50 Euro (Stand: November 2026). Wichtig sind die strengen Lärmregeln: Erlaubt sind nur der Serienauspuff samt Katalysator sowie die serienmäßige Airbox mit Luftfilter. Termine für 2027 will das Fahrsicherheitszentrum im Frühjahr 2027 veröffentlichen.
Kurventraining für Autofahrer
Für Pkw heißt kein Programm ausdrücklich Kurventraining. Zwei Angebote drehen sich aber vor allem um Kurven:
- Pkw-Perfektionstraining: für sportliche Fahrer, die Handling und Fahrzeugbeherrschung verfeinern wollen. Rund acht Stunden mit dem eigenen Auto für 343,50 Euro. Voraussetzung ist ein Aufbau- oder Komplett-Training am Sachsenring oder in einem ADAC-Fahrsicherheitszentrum.
- Rennstreckentraining: Am Vormittag üben Sie im Sektionstraining einzelne Streckenabschnitte. Dann folgt Guidefahren hinter einem Trainer, am Nachmittag zwei Stunden freies Fahren. Eine Gruppe hat höchstens acht Teilnehmer. Preis: 596,50 Euro (Stand: November 2026). Erlaubt sind Straßenreifen und Semislicks, es gelten Helm- und Gurtpflicht.
Wer sein Auto im Grenzbereich kennenlernen will, kann zusätzlich ein Drifttraining buchen. Voraussetzung ist ein Pkw-Fahrsicherheitstraining.
Welches Training passt zu Ihnen?
Die Programme bauen aufeinander auf. Autofahrer beginnen mit dem Intensivtraining, gehen über das Aufbautraining zum Perfektionstraining und finden auf der Rennstrecke im Rennstreckentraining den nächsten Schritt. Motorradfahrer starten mit einem Sicherheitstraining, danach folgen Kurven-Schräglagentraining oder Rennstrecken-Basistraining. Für beide Programme verlangt das Fahrsicherheitszentrum ein vorheriges Motorrad-Sicherheitstraining.
Technik: worauf es in Kurven ankommt
Die Grundlagen sind für Auto und Motorrad ähnlich:
- Blick: Schauen Sie dorthin, wo Sie hinwollen, also zum Kurvenausgang und nicht auf den Randstein.
- Bremsen: Bauen Sie das meiste Tempo ab, solange das Fahrzeug noch geradeaus fährt. Bergab wird der Bremsweg länger. Am Sachsenring betrifft das gleich die erste Kurve nach Start und Ziel.
- Einlenken: Ein etwas späterer Einlenkpunkt öffnet die Kurve und erlaubt früheres Beschleunigen.
- Scheitelpunkt: Der innerste Punkt der Linie liegt bei vielen Kurven eher in der zweiten Hälfte.
- Gas: Beschleunigen Sie gleichmäßig, sobald Sie die Lenkung öffnen oder das Motorrad aufrichten.
Im Omega zeigt sich, wie wichtig Geduld ist. Ein- und Ausgang sind schwierig, und beim Herausbeschleunigen drehen laut Fahrsicherheitszentrum leicht die Hinterräder durch, weil die Innenseite leicht gewölbt ist.
Sie haben kein passendes Auto für die Rennstrecke? Bei Racepool99 erleben Sie die Kurven des Sachsenrings im Supersportwagen. Der Instruktor auf dem Beifahrersitz sagt Ihnen über Funk Bremspunkte und Linie an. Mehr zur Strecke lesen Sie auf unserer Streckenseite zum Sachsenring.
Häufige Fragen
Brauche ich für das Kurven-Schräglagentraining Rennstreckenerfahrung?
Nein, aber ein vorheriges Motorrad-Sicherheitstraining. Rundstreckenerfahrung empfiehlt das Fahrsicherheitszentrum, Pflicht ist sie nicht.
Darf ich mit Sportauspuff teilnehmen?
Nein. Am Sachsenring sind nur Motorräder mit Serienauspuff vom Krümmer bis zum Endschalldämpfer erlaubt, auch Anlagen mit ABE müssen zurückgerüstet werden. Für einige Modelle, die trotz Serienanlage zu laut sind, stellt das Zentrum kostenlos leisere Endschalldämpfer bereit.
Welche Reifen sind beim Pkw-Rennstreckentraining erlaubt?
Straßenreifen und Semislicks. Slicks und Renn-Regenreifen sind erst beim Trackday zugelassen, für den ein Rennstreckentraining am Sachsenring Voraussetzung ist.
Wann finden die Trainings statt?
Das Fahrsicherheitszentrum plant Termine meist zwei bis drei Monate im Voraus. Die Motorrad-Sportfahrprogramme laufen nur werktags, die Daten für 2027 sollen im Frühjahr 2027 erscheinen (Stand: November 2026).