Rennstrecken

Wie läuft ein Fahrsicherheitstraining ab?

Von der Anmeldung bis zur Dynamikplatte: So läuft ein Fahrsicherheitstraining Schritt für Schritt ab, und so bereiten Sie sich und Ihr Auto vor.

Ein Fahrsicherheitstraining findet kaum im Seminarraum statt. Den größten Teil des Tages sitzen Sie im eigenen Auto und üben auf abgesperrten Flächen, was im Alltag selten gelingt: eine Vollbremsung, ein Ausweichmanöver, ein Auto, das plötzlich ins Schleudern gerät. Dieser Ratgeber zeigt, wie so ein Tag abläuft, von der Vorbereitung bis zum Abschlussgespräch.

Vor dem Training: Anmeldung und Vorbereitung

Trainings laufen zu festen Terminen und mit begrenzter Teilnehmerzahl. Beim ADAC sind es höchstens zwölf Personen pro Kurs, den Platz buchen Sie vorher. Voraussetzung ist eine gültige Fahrerlaubnis. Wer mit 17 begleitet fährt, bringt zum Beispiel am Sachsenring die im Führerschein eingetragene Begleitperson mit.

Auch das Auto braucht etwas Vorbereitung. Die Teilnahmebedingungen des Fahrsicherheitszentrums am Sachsenring enthalten eine kurze Liste, die überall sinnvoll ist:

  • Ölstand zwischen Minimum und Maximum
  • Tank mindestens halb voll, damit keine Tankpause nötig wird
  • lose Gegenstände aus Innenraum und Kofferraum entfernen, sonst fliegen sie beim Bremsen durchs Auto
  • bei winterlichen Bedingungen Winterreifen

Ziehen Sie bequeme Kleidung an und Schuhe ohne rutschige Sohle oder hohe Absätze. Einige Übungsflächen werden bewässert, und viele Absprachen finden draußen statt. Wasserdichte Schuhe und eine warme Jacke helfen deshalb auch im Frühjahr und im Herbst.

Der Start: Begrüßung und kurze Theorie

Der Tag beginnt in der Gruppe. Die Trainer erklären den Ablauf, am Sachsenring auch die Versicherungsbedingungen. Danach geht es um Grundlagen, die viele seit der Fahrschule nicht mehr überprüft haben: Sitzposition, Lenkradhaltung und Blicktechnik. Dazu kommt etwas Fahrphysik, etwa wie stark der Bremsweg mit dem Tempo wächst und was ABS und ESP leisten können.

Lange Vorträge sind das nicht. Das Programm nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) besteht aus praktischen Übungen und moderierten Gesprächen. Die Erfahrungen der Teilnehmer fließen ein, und jeder überprüft seine eigenen Gewohnheiten.

Die Übungen: vom Slalom bis zur Dynamikplatte

Die Reihenfolge hängt von Anbieter und Anlage ab. Meist steigt die Schwierigkeit im Lauf des Tages.

Slalom und Blickführung

Zum Einstieg fahren Sie oft einen Slalom. Sie lernen, dorthin zu schauen, wo das Auto hinfahren soll, und nicht auf das Hindernis.

Bremsen auf griffiger und glatter Fahrbahn

Dann folgen Vollbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten. Viele treten dabei zum ersten Mal mit aller Kraft auf das Pedal und spüren, wie das ABS arbeitet. Messanlagen zeigen, wie stark schon wenige km/h mehr die Reaktion des Autos verändern.

Ausweichen vor Wasserhindernissen

Auf einer Gleitfläche, die so rutschig ist wie eine verschneite Straße, schießen computergesteuert Wasserwände hoch. Sie tauchen plötzlich auf, und Sie müssen bremsen und gleichzeitig ausweichen.

Kreisbahn und Dynamikplatte

Auf der Kreisbahn spüren Sie, wie das Auto über die Vorderräder schiebt oder mit dem Heck ausbricht. Auf der Dynamikplatte versetzt eine hydraulische Platte das Heck beim Überfahren seitlich, und Sie fangen das Auto mit Gegenlenken wieder ein. Nicht jedes Training enthält diese Übung: Beim ADAC gehört sie zum Intensiv-Training.

Während der Übungen sind Sie oft per Funk mit dem Trainer verbunden. Er gibt Hinweise direkt ins Auto, und nach jedem Durchgang wird kurz besprochen, was funktioniert hat und was nicht.

Dauer, Pausen und Abschluss

Ein Kompakt-Training beim ADAC dauert etwa viereinhalb Stunden, Basis- und Intensiv-Training jeweils acht Stunden. Die Verkehrswacht in Niedersachsen rechnet mit sieben Stunden plus Pausen. Mittags gibt es eine Pause, das Essen zahlen Sie am Sachsenring zum Beispiel selbst. Zum Schluss fasst die Gruppe in einem Abschlussgespräch zusammen, was sie mitnimmt.

Gefahren wird auch bei Regen, die Gleitflächen sind ohnehin nass. Absagen kann der Veranstalter, wenn das Wetter Menschen oder Autos gefährdet. Für Teilnehmer ist schlechtes Wetter am Sachsenring dagegen kein Grund für eine kostenlose Absage.

Der nächste Schritt: die Rennstrecke

Ein Fahrsicherheitstraining bereitet auf Notsituationen im Straßenverkehr vor. Wer erleben möchte, wie sich ein Auto bei hohem Tempo verhält, findet auf der Rennstrecke den nächsten Schritt. Racepool99 bietet freies Fahren mit dem eigenen Auto an, mit Briefing und einem geführten Turn mit Instruktor. Sitzhaltung, Blickführung, Linie und Bremspunkte sind dort ebenso Thema, etwa auf dem Lausitzring oder dem Spreewaldring.

Alle Strecken, auf denen Racepool99 fährt, finden Sie in unserer Übersicht der Rennstrecken.

Häufige Fragen

Muss ich mein eigenes Auto mitbringen?

In der Regel ja. Im DVR-Programm üben Sie mit dem eigenen Auto oder dem Dienstwagen, damit Sie das Gelernte direkt in den Alltag mitnehmen. Manche Zentren, etwa am Sachsenring, besorgen auf Wunsch ein Leihfahrzeug gegen Aufpreis.

Leidet mein Auto unter dem Training?

Weniger als viele denken. Auf den glatten Flächen lösen schon niedrige Geschwindigkeiten deutliche Reaktionen aus. Auto und Reifen werden dadurch nur mäßig belastet.

Darf jemand mitfahren?

Das regelt jeder Anbieter selbst. Am Sachsenring ist höchstens eine Begleitperson erlaubt, Kinder unter zwölf Jahren fahren nicht mit, und die Theorie ist den Teilnehmern vorbehalten. Beim ADAC in Schleswig-Holstein kostet ein Beifahrer extra, weil er zusätzlich versichert werden muss.

Wer zahlt, wenn etwas kaputtgeht?

Das hängt vom Anbieter und von Ihrem Vertrag ab. Am Sachsenring gilt für vollkaskoversicherte Autos die eigene Versicherung, ohne Vollkasko gibt es eine Tagesversicherung. Schäden an Leitplanken oder Anlagen trägt dort der Verursacher. Klären Sie das vor der Buchung.

Verkürzt das Training die Probezeit?

Nein. Ein Fahrsicherheitstraining ist freiwillig und ändert nichts an der Probezeit. Für Fahranfänger lohnt es sich trotzdem: Sie lernen die Grenzen ihres Autos kennen, bevor sich Routine einschleicht.

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