Sachsenring
Sachsenring Strecke – alle Infos und Streckenplan
Der Streckenplan des Sachsenrings erklärt: alle Kurven von Start und Ziel bis zum Queckenberg, Höhenprofil, Charakter und Nutzung der Strecke.
Der Sachsenring gilt als Berg- und Talbahn: kurz, eng, mit vielen Linkskurven und steilen Gefällen. Wer den Streckenplan kennt, versteht, warum Fahrer diese Strecke schätzen und respektieren. Hier gehen wir den Kurs Kurve für Kurve durch und erklären, was ihn besonders macht.
Der Streckenplan auf einen Blick
Der Grand-Prix-Kurs ist 3.671 Meter lang und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Zehn Kurven führen nach links, drei oder vier nach rechts, je nach Zählweise. Die Strecke ist in den natürlichen Geländeverlauf eingebettet und windet sich um das Gelände des Fahrsicherheitszentrums. Sie steigt bis zu 10 Prozent an und fällt an der steilsten Stelle um 12,8 Prozent.
Markante Punkte sind die 780 Meter lange Start-Ziel-Gerade, das Omega im Innenbereich und zwei Kuppen, die Kleine und die Große Kuppe. Die Breite schwankt zwischen 12 und 20 Metern. Den Streckenplan als Grafik sehen Sie auf unserer Streckenseite zum Sachsenring.
Kurve für Kurve
Die Nummern und Namen folgen dem Fahrsicherheitszentrum Sachsenring. Nicht jede Kurve hat einen eigenen Namen.
- Start und Ziel: die längste Gerade der Strecke mit 780 Metern. Hier liegen Boxen, Start-Ziel-Turm und Haupttribüne.
- Kurve 1, auto motor und sport-Kurve: eine sehr enge Rechtskurve bergab, das Nadelöhr des Sachsenrings. Bei Rennen sorgt sie oft für spektakuläre Szenen.
- Kurven 2 bis 4, Omega: der Klassiker. Die Einfahrt hängt leicht nach innen und fühlt sich trotzdem an, als kippe das Fahrzeug nach außen. Über die richtige Linie diskutieren selbst Experten. Am Ausgang drehen leicht die Hinterräder durch, weil die Innenseite leicht gewölbt ist.
- Kurve 6, Kleine Kuppe: eine Linkskurve bergauf. Weil danach mehrere Linkskurven folgen, sollte man den rechten Vorderreifen hier schonen.
- Kurve 7, Karthallenkurve: eine sehr lange Linkskurve, die leicht bergab führt. Bei Rennen stehen hier große Tribünen.
- Kurve 8, Volkswagen-Kurve: am Eingang enger als am Ausgang, dazu Bodenwellen am Kurvenbeginn.
- Kurve 10, Nordkurve: sehr schnell und blind anzufahren. Formel-3-Fahrer wählten sie 2001 zur Kurve des Jahres.
- Kurve 11, Ralf-Waldmann-Kurve: die schnellste Kurve des Rings, eine Rechtskurve mit bis zu 13 Prozent Gefälle. International heißt sie „Wasserfall“.
- Kurve 12, Sachsenkurve: Die Anfahrt erinnert an eine Sprungschanze, hier wird die Höchstgeschwindigkeit erreicht und dann hart gebremst.
- Kurve 13, Queckenberg: die Schlüsselstelle. Die Kurve führt steil bergauf auf die Gerade, jeder Fehler kostet Traktion und Zeit. Direkt danach zweigt links die Boxeneinfahrt ab.
Was die Strecke so anspruchsvoll macht
- Viele Linkskurven: Die linke Seite der Reifen wird deutlich häufiger belastet als die rechte. Umso heikler ist die schnelle Rechtskurve 11.
- Höhenunterschiede: Kuppen und Gefälle verändern Grip und Bremswege. Bergab wird der Bremsweg länger, bergauf kostet jeder Fehler beim Herausbeschleunigen Zeit.
- Wenig Pause: Die längste Gerade misst 780 Meter, der Rest der Runde ist Kurvenarbeit.
- Blinde Stellen: Kurven wie die Nordkurve fahren Sie an, ohne den Ausgang zu sehen. Gute Streckenkenntnis zahlt sich aus.
Für die Sicherheit sorgen zwölf permanente Kiesbetten, 8.400 Meter Leitplanken und große Sturzräume, etwa in der Sachsenkurve. Laut Fahrsicherheitszentrum entsprechen sie internationalen Sicherheitsstandards.
Die Strecke im Alltag
Die heutige Streckenführung entstand mit dem Umbau 2001, seitdem berührt der Kurs keine öffentlichen Straßen mehr. Laut ADAC Sachsen besteht der neue Sachsenring aber zu Teilen auch aus dem alten Kurs, auf dem von 1927 bis 1990 gefahren wurde.
Rennstrecke ist der Sachsenring nur an rund zehn Tagen im Jahr. Sonst nutzt das Fahrsicherheitszentrum den Kurs für Tests, Rennstreckentrainings, Trackdays und Firmenveranstaltungen. Über Kurzanbindungen lässt er sich in zwei kürzeren Varianten fahren. Die Omega-Schleife dient zum Beispiel als Übungsstrecke im Kurventraining für Motorradfahrer, das Omega selbst lässt sich bewässern und für Drift- und Sicherheitstrainings nutzen.
Für alle Fahrzeuge gelten strenge Lärmregeln. Autos fahren mit serienmäßiger Auspuffanlage, Motorräder mit Serienauspuff samt Katalysator. Mehrere fest installierte Messanlagen überwachen die Lautstärke.
Wer die Kurven selbst erleben will, braucht dafür kein eigenes Rennauto. Racepool99 ist 2027 an fünf Mittwochen am Sachsenring: am 12. Mai, 9. Juni, 21. Juli, 18. August und 15. September (Stand: November 2026).
Beim Selberfahren sitzt ein Instruktor neben Ihnen und sagt über Funk an, wo Sie bremsen und einlenken. So lernen Sie Omega, Wasserfall und Queckenberg Runde für Runde besser kennen.
Alle Angaben zu Streckenlänge und Kurven stammen aus dem Datenblatt des ADAC Sachsen und den Beschreibungen des Fahrsicherheitszentrums.
Häufige Fragen
In welche Richtung wird der Sachsenring befahren?
Gegen den Uhrzeigersinn. Deshalb überwiegen die Linkskurven deutlich.
Welche Kurve ist die bekannteste?
Das Omega, eine enge Kurvenkombination um einen bewaldeten Hügel. International bekannt ist auch der „Wasserfall“, die schnelle Rechtskurve 11 mit starkem Gefälle.
Warum heißt Kurve 11 Ralf-Waldmann-Kurve?
Sie wurde 2018 zum Gedenken an den deutschen Grand-Prix-Motorradfahrer Ralf Waldmann umbenannt.
Wo finde ich einen Plan des ganzen Geländes?
Das Fahrsicherheitszentrum bietet auf seiner Website einen Geländeplan mit allen Trainingspisten und Gebäuden zum Download an. Für die MotoGP 2027 hat der ADAC einen Tribünenplan veröffentlicht.