Sachsenring
Der Sachsenring Trackday – erleben Sie den Nervenkitzel
Trackday am Sachsenring mit eigenem Auto oder Motorrad: Voraussetzungen, Ablauf, Preise, Lärmschutz und Alternativen ohne eigenes Fahrzeug.
Einen ganzen Tag lang mit dem eigenen Auto über die MotoGP-Strecke fahren, ohne Gegenverkehr und ohne Tempolimit: Das ist ein Trackday am Sachsenring. Er ist allerdings nichts für den ersten Besuch, denn das Fahrsicherheitszentrum verlangt Vorerfahrung auf genau dieser Strecke. Hier lesen Sie, wie Sie zum Trackday kommen, was er kostet und welche Regeln gelten.
Was ein Trackday am Sachsenring ist
Beim Trackday fahren Sie frei auf dem Grand-Prix-Kurs, ohne festes Programm und ohne Instruktor an Bord. Veranstalter ist das Fahrsicherheitszentrum Sachsenring. Pro Tag sind höchstens 34 Fahrzeuge zugelassen, aufgeteilt in zwei Gruppen. Das hält die Strecke übersichtlich.
Ein Rennen ist der Trackday nicht. Es geht um sauberes, schnelles Fahren auf einer Strecke, die unter Kennern als eine der schwierigsten in Europa gilt: 3,7 Kilometer, viele Linkskurven, bis zu 12,8 Prozent Gefälle und blinde Kurveneingänge.
Voraussetzungen für den Pkw-Trackday
- Erfahrung: mindestens ein absolviertes Rennstreckentraining am Sachsenring. Wer noch keins hat, beginnt dort. Das Rennstreckentraining kostet 596,50 Euro und kombiniert Sektionstraining, Guidefahren hinter einem Trainer und zwei Stunden freies Fahren (Stand: November 2026).
- Sicherheit: Während der ganzen Veranstaltung gilt Helm- und Gurtpflicht. Einen Helm leiht Ihnen das Zentrum bei Bedarf.
- Fahrzeug: eigenes Auto mit serienmäßiger Auspuffanlage und serienmäßigem Ansaugtrakt. Nicht zugelassene Fahrzeuge dürfen nur mit dem Serienauspuff des straßenzugelassenen Typs fahren.
- Porsche GT3 und GT4: nur mit Zusatzschalldämpfern, die Mitarbeiter des Zentrums kostenlos montieren.
- Reifen: Beim Trackday sind Slicks und Renn-Regenreifen erlaubt, beim Rennstreckentraining nur Straßenreifen und Semislicks.
Grund für die strengen Auspuffregeln ist der Lärmschutz. Auf der Strecke messen mehrere fest installierte Anlagen der Genehmigungsbehörde, erlaubt sind höchstens 93 dB Vorbeifahrgeräusch unter Volllast.
Ablauf und Preise
Ein Trackday dauert einen Tag, der Ablauf sieht so aus:
- bis 8 Uhr Anmeldung für Porsche GT3 und GT4, die Zusatzschalldämpfer bekommen, bis 8:15 Uhr für alle anderen
- 8:30 Uhr Briefing für alle in der Boxengasse, die Anfahrt führt über das Fahrerlager 1
- 9 bis etwa 13 Uhr freies Fahren, erster Teil
- 13 bis 14 Uhr Mittagspause
- 14 bis 16 Uhr freies Fahren, zweiter Teil, danach Verabschiedung gegen 16:15 Uhr
Der Trackday kostet 596,50 Euro pro Person mit eigenem Fahrzeug. Ein zweiter und dritter Fahrer auf demselben Auto zahlen je 68 Euro, sie müssen in derselben Gruppe starten. Das Essen im Restaurant ist nicht im Preis enthalten. Alle Sportfahrertrainings laufen unter Haftungsverzicht, eine Haftpflichtversicherung über das Zentrum ist eingeschlossen (Stand: November 2026).
Termine für 2027 waren im November 2026 noch nicht buchbar. Das Fahrsicherheitszentrum informiert Interessenten per Formular und Newsletter, sobald neue Daten feststehen.
Vor dem ersten Trackday lohnt ein Check am eigenen Auto: Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit, Reifen und Luftdruck, Ölstand. Räumen Sie lose Gegenstände aus dem Innenraum. Fahren Sie die ersten Runden bewusst ruhig, bis Reifen und Bremsen warm sind und Sie die Strecke wieder im Kopf haben.
Trackdays für Motorradfahrer
Motorrad-Trackdays organisieren am Sachsenring mehrere Veranstalter. Das Fahrsicherheitszentrum nennt unter anderem PZmotorsport, Motorrad Unger am Sachsenring, Triple M, das ADAC Rennstreckentraining by Doc Scholl, Top Superbike, Hafeneger Renntrainings und die MotoRacingSchool. Das Zentrum selbst bietet ein Rennstrecken-Basistraining für 298,50 Euro und ein zweitägiges Komplett-Training für 561 Euro an (Stand: November 2026).
Für Motorräder gelten noch strengere Regeln als für Autos: Serienauspuff vom Krümmer bis zum Endschalldämpfer samt Katalysator, dazu serienmäßige Airbox und Luftfilter. Wer zu laut ist, sieht die schwarze Flagge und muss die Strecke sofort verlassen. Beim zweiten Verstoß während einer Veranstaltung folgt der Ausschluss ohne Erstattung.
Ohne eigenes Auto auf die Strecke
Sie haben kein trackdaytaugliches Auto oder wollen Ihr eigenes schonen? Dann ist Selberfahren mit Racepool99 die Alternative. Sie fahren einen Porsche 911 GT3, Lamborghini Huracán LP 610-4, Ferrari F488 GTB oder Audi R8 V10 über dieselbe Strecke, mit Instruktor auf dem Beifahrersitz und ohne vorheriges Training. 2027 ist Racepool99 am 12. Mai, 9. Juni, 21. Juli, 18. August und 15. September am Sachsenring (Stand: November 2026).
Racepool99 weist selbst darauf hin: Freies Fahren mit dem eigenen Pkw buchen Sie am Sachsenring direkt beim Fahrsicherheitszentrum, also über den hier beschriebenen Trackday. Alles Weitere zur Strecke steht auf unserer Streckenseite zum Sachsenring.
Häufige Fragen
Kann ich ohne Vorerfahrung zum Trackday?
Nein. Das Fahrsicherheitszentrum verlangt mindestens ein Rennstreckentraining am Sachsenring. Danach kennen Sie Linie, Flaggen und Abläufe.
Wie laut darf mein Auto sein?
Höchstens 93 dB Vorbeifahrgeräusch unter Volllast. Praktisch heißt das: serienmäßige Auspuffanlage und serienmäßiger Ansaugtrakt.
Darf jemand mitfahren oder zuschauen?
Pro Fahrzeug können bis zu drei Fahrer gemeldet werden, die in derselben Gruppe starten. Wie viele reine Begleitpersonen erlaubt sind, klären Sie am besten bei der Anmeldung, die Angaben des Zentrums dazu sind nicht einheitlich.
Gibt es auch Drift-Trackdays?
Ja. Beim Drift-Trackday wird auf dem bewässerten Grand-Prix-Kurs frei gedriftet. Voraussetzung sind mindestens zwei Perfektions-Drifttrainings am Sachsenring.