Bilster Berg
Der Bilster Berg Streckenplan: alles über den Streckenverlauf
4,2 Kilometer, 19 Kurven, 26 Prozent Gefälle: der Streckenverlauf am Bilster Berg mit allen Kurvennamen, Ost- und Westschleife und den wichtigsten Zahlen.
Der Bilster Berg ist eine Strecke voller Kuppen und Senken. Sie folgt dem Gelände eines Hügels im Teutoburger Wald und geht dabei ständig bergauf und bergab. Pro Kilometer hat sie laut Betreiber mehr Höhenunterschied als die Nordschleife des Nürburgrings. Entworfen hat sie Formel-1-Architekt Hermann Tilke, unterstützt vom zweifachen Rallye-Weltmeister Walter Röhrl. Hier finden Sie alle Zahlen, die Kurven mit ihren Namen und was der Verlauf für Fahrer bedeutet.
Die Strecke in Zahlen
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Gesamtlänge | 4,2 Kilometer |
| Ostschleife / Westschleife | 2,4 / 1,8 Kilometer |
| Kurven | 19 |
| Kuppen und Wannen | 44 |
| Streckenbreite | 10 bis 12 Meter |
| Höhenunterschied | 70 Meter |
| Kumulierter Höhenunterschied pro Runde | 204 Meter |
| Stärkstes Gefälle / stärkste Steigung | 26 % / 21 % |
| Start-Ziel-Gerade | 600 Meter lang, 12 Meter breit |
Die Strecke wurde 2013 eröffnet und liegt auf dem Gelände eines früheren Munitionsdepots der britischen Rheinarmee. Die Race Control überwacht den gesamten Kurs mit 26 HD-Kameras.
Zwei Schleifen, zwei Boxengassen
Der Rundkurs lässt sich teilen. Die Westschleife ist 1,8 Kilometer lang, die Ostschleife 2,4 Kilometer. Beide haben eine eigene Zufahrt. Dazu gibt es zwei getrennte Fahrerlager mit je einer Boxengasse und vier Boxenhallen. So können zwei Gruppen gleichzeitig fahren, etwa ein Fahrtraining auf der einen und eine Präsentation auf der anderen Seite. Welche Variante bei einer Veranstaltung gefahren wird, legt der jeweilige Veranstalter fest.
Die Kurven von T1 bis T19
Am Bilster Berg trägt jede Kurve einen Namen. Viele erinnern an die Geschichte des Geländes, andere an die Menschen, die die Strecke gebaut haben. Die Namen laut Betreiber:
- Kugelkopf: Die erste Kurve erinnert in ihrer Form an einen Kugelkopf, passend zum früheren Munitionsdepot.
- Fledermaushügel: Hier liegt ein Hügel, in dem Fledermäuse überwintern.
- Pumpenhaus: benannt nach dem Haus, das Wasser aus der eigenen Quelle über das Gelände pumpt.
- Munitionsfeld: ein langer Abschnitt, der an die Nutzung als Depot bis 1993 erinnert.
- Jägerbuche: Hier stehen alte Buchen, früher auch ein Hochsitz.
- Driburger Lichtung: eine Hommage an Bad Driburg.
- Hermannsschneise: gewidmet dem Streckenarchitekten Hermann Tilke.
- Sauwechsel: Hier traf Tilke bei seinem ersten Besuch auf eine Rotte Wildschweine.
- Telegrafenbogen: In der Nähe steht die Telegrafenstation Oeynhausen, Teil einer optischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz.
- Kommandantur: Hier stand die Kommandozentrale der Briten, heute das Verwaltungsgebäude.
- Mausefalle: der tückischste Abschnitt mit 26 Prozent Gefälle und der stärksten Kompression.
- Steilwand: direkt nach der Mausefalle, mit 21 Prozent Steigung.
- Bilster Kuppe: eine Kuppe, hinter die man nicht sehen kann.
- Hochsitz: Hier stand während der Planung ein fünf Meter hoher Aussichtsturm.
- Clubhaus-S, erster Teil: Die S-Kurve führt am Clubhaus vorbei.
- Clubhaus-S, zweiter Teil: Danach folgt an der Pömbser Höhe die längste Gerade.
- Mutkurve: nicht einsehbar, leicht abfallend und nach rechts hängend.
- Hügelgrab: In diesem Bereich werden mehrere Hügelgräber vermutet, er steht unter Schutz. Kurz davor liegt die Nieheimer Senke, der tiefste Punkt der Strecke.
- Oeynhausen-Kehre: die letzte Kurve, benannt nach dem Nachbarort Oeynhausen.
Schlüsselstellen: Mausefalle, Steilwand, Bilster Kuppe
Die bekannteste Passage ist die Mausefalle. Ihr Name stammt von der berühmten Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel. Mit 26 Prozent Gefälle stürzt die Strecke in eine 180-Grad-Kurve, unten drückt die Kompression das Auto in die Federn. Direkt danach steht die Steilwand mit 21 Prozent Steigung, und oben folgt die Bilster Kuppe, hinter der die Strecke zunächst unsichtbar bleibt.
Ähnlich anspruchsvoll ist die Mutkurve. Sie ist von außen nicht einsehbar, fällt leicht ab und hängt nach rechts. Der Name ist Programm: Wer einlenkt, sieht den Ausgang der Kurve noch nicht.
Was der Verlauf für Fahrer bedeutet
- Blick weit voraus: Viele Kurven liegen hinter Kuppen. Merken Sie sich Orientierungspunkte am Rand, bevor Sie schneller werden.
- Bremsen mit Gefühl: Bergab verlängert sich der Bremsweg, bergauf verkürzt er sich. Das verändert jeden Bremspunkt.
- Technik schonen: Gefälle bis 26 Prozent fordern Bremsen und Reifen. Eine Abkühlrunde vor der Box schont das Material.
- Erst mitfahren, dann selbst fahren: Eine Runde mit einem Profi zeigt die Linie schneller als jede Streckenkarte.
Racepool99 bietet am Bilster Berg 2027 zwei Termine an, am 6. Juni und am 4. September. Sie fahren selbst einen Supersportwagen wie den Porsche 911 GT3 oder Audi R8 V10, ein Instruktor sitzt neben Ihnen. Eine Runde selbst fahren kostet 229 Euro (Stand: November 2026).
Den Streckenplan als Grafik finden Sie auf unserer Seite zum Bilster Berg.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Bilster Berg?
Die komplette Runde misst 4,2 Kilometer. Sie lässt sich in die 2,4 Kilometer lange Ostschleife und die 1,8 Kilometer lange Westschleife teilen.
Was ist die Mausefalle?
Kurve 11 mit dem stärksten Gefälle der Strecke, 26 Prozent. Unten folgen eine Kehre und direkt danach die Steilwand mit 21 Prozent Steigung.
Ist der Bilster Berg für Einsteiger geeignet?
Ja, mit Anleitung. Für Neulinge gibt es das Racetrack Training des Betreibers oder Fahrten mit Instruktor bei Racepool99. Wegen der blinden Kuppen sollten Sie die Strecke nicht ohne Einweisung fahren.
Wer hat den Bilster Berg entworfen?
Hermann Tilke, bekannt für zahlreiche Formel-1-Strecken. Walter Röhrl half mit seiner Erfahrung als Testfahrer, das Layout zu entwickeln.