Groß Dölln
Die Driving Center Groß Dölln Strecke – alle Infos
Die Strecke in Groß Dölln in Zahlen: Länge, Breite, Kurven, Höhenunterschied und Geschichte. Dazu Regeln, Lärmgrenzen und wer hier fahren darf.
Die Strecke in Groß Dölln wurde für Trainings und Tests gebaut, nicht für Rennserien. Genau das macht sie für Hobbyfahrer interessant: Hier geht es ums Lernen, nicht um Startplätze. Dieser Überblick bündelt die wichtigsten Zahlen, die Geschichte und die Regeln für alle, die selbst auf die Piste wollen.
Die Strecke im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Betreiber | Driving Center Groß Dölln GmbH |
| Lage | Templin, Ortsteil Groß Dölln, Landkreis Uckermark (Brandenburg) |
| Planer | Hermann Tilke |
| In Betrieb | seit 2009, das Driving Center selbst seit 2002 |
| Gesamtlänge | 4.250 m, bis zu vier Varianten kombinierbar (Betreiber) |
| Variante A+B | 2.440 m (AVP-Institut, SWITCHevent) |
| Breite | 12 m (SWITCHevent) |
| Kurven der Variante A+B | 16, davon 9 rechts und 7 links (SWITCHevent) |
| Höhenunterschied | 7 m, künstlich angelegt (Betreiber) |
| Gelände | 113 ha Motorsport-Areal mit 11 Fahrmodulen (Betreiber) |
Angaben von Veranstaltern weichen teils ab. So nennt MotoMonster für die Variante A+B 2.700 Meter und für alle vier Abschnitte 4.350 Meter. Die Tabelle gibt deshalb zu jeder Zahl die Quelle an.
Vom Militärflugplatz zur Teststrecke
Der Flugplatz Templin/Groß Dölln entstand ab Herbst 1952. Von 1955 bis 1994 nutzten ihn die sowjetischen Luftstreitkräfte. Wikipedia zufolge war er der größte Fliegerhorst im Gebiet der DDR. Die Hauptlandebahn maß rund 3.600 Meter. Der Betreiber des Driving Centers verweist auf die 1,5 Meter dicken Betonbahnen, die sogar als Ausweichplatz für das russische Raumfahrtprogramm vorgesehen waren.
Nach dem Abzug 1994 scheiterte unter anderem der Plan, hier einen Frachtflughafen einzurichten. 2002 eröffnete das Driving Center, zunächst auf den alten Start- und Rollbahnen. 2009 kam die Rennstrecke dazu. Seit März 2012 ist der frühere Sonderlandeplatz geschlossen, im selben Jahr entstand auf 214 Hektar des alten Flugfelds ein Solarpark.
Charakter: Kuppen, Tempowechsel, viel Auslauf
Ziel beim Bau war eine Strecke, die Trainingsveranstalter und Industrie gleichermaßen fordert. Der Betreiber beschreibt sie als selektiv und anspruchsvoll. Typisch sind Kuppen mit nicht einsehbaren Einlenkpunkten, ein ständiger Wechsel der Kurvengeschwindigkeit und zwei Nachbauten: das Omega vom Sachsenring und die Sachs-Kurve vom Hockenheimring. In seinen Kursbeschreibungen nennt der Betreiber die Rundstrecke „T3“, einzelne Abschnitte tragen Buchstaben.
Veranstalter loben den Grip und die Auslaufzonen. MotoMonster beschreibt einen Kurs mit wenigen schnellen Passagen und vielen kniffligen Abschnitten und hält ihn auch für Anfänger für gut geeignet. Großzügige Sturzräume verringern das Risiko, wenn doch einmal etwas schiefgeht.
Ohne eigenes Auto kommen Sie über Racepool99 auf die Strecke. An einzelnen Terminen im Jahr fahren Sie dort Supersportwagen selbst, mit einem Instruktor auf dem Beifahrersitz.
Regeln und Lärmgrenzen
Wer mit dem eigenen Fahrzeug fährt, fährt in Gruppen und nach festen Regeln. Bei den Track Days des Betreibers gilt: keine Renntrainings, keine Driftfahrten, nur Ideallinie. Ein Rettungswagen der Johanniter steht bereit. Teilnehmen darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist und eine gültige Fahrerlaubnis hat.
- Pkw: Während der Veranstaltungen wird regelmäßig gemessen. Liegt ein Auto über dem Grenzwert, ruht der Betrieb sofort. Racepool99 nennt für das freie Fahren mit Instruktor höchstens 95 dB.
- Motorrad: Maßgeblich ist der Wert aus den Fahrzeugpapieren oder der am Rahmen eingestanzte Wert. Ohne Nachweis gilt laut den von SWITCHevent zitierten Geschäftsbedingungen des Driving Centers eine Grenze von 98 dB(A) im Stand bei halber Nenndrehzahl.
Wer zu laut ist, riskiert den Ausschluss. Beim freien Fahren mit dem Motorrad prüft der Betreiber die Maschinen vorab in einem Technikcheck und erstattet die Gebühr nicht, wenn der Wert überschritten ist.
Wer auf der Strecke fährt
Der Betreiber führt eigene Kurse durch und vermietet die Anlage an Autohersteller, etwa für Präsentationen und Schulungen ihrer Verkäufer, sowie an Veranstalter von Auto- und Motorradtrainings. Laut Wikipedia nutzen auch Behörden und mehrere Autohersteller die Anlage für Tests und Schulungen. 2018 betrieb Siemens Mobility hier sogar eine eigene Teststrecke für Lkw, die ihren Strom aus einer Oberleitung beziehen.
Als Privatperson haben Sie drei Zugänge: die Kurse und Track Days des Betreibers, die Trainings externer Motorradveranstalter und die Supersportwagen-Termine von Racepool99. Einen Überblick über alle Strecken finden Sie unter Fahren.
Den Streckenplan und die Angebote für Groß Dölln haben wir auf unserer Streckenseite zusammengestellt.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Strecke in Groß Dölln?
Alle Abschnitte zusammen ergeben laut Betreiber 4.250 Meter. Die häufig gefahrene Kombination A+B ist nach Angaben von AVP-Institut und SWITCHevent 2.440 Meter lang.
Wer hat die Strecke entworfen?
Hermann Tilke, der auch zahlreiche Formel-1-Strecken geplant hat. Die Rennstrecke ist seit 2009 in Betrieb.
Kann man als Zuschauer kommen?
Publikumsrennen mit Tribünen kündigt der Betreiber nicht an. Wer zuschauen möchte, begleitet am besten jemanden zu einem Racepool99-Termin, dort zahlen Zuschauer keinen Eintritt.
Darf ich mit meinem eigenen Auto fahren?
Ja, bei den Track Days des Driving Centers oder beim freien Fahren mit Instruktor über Racepool99. Das Auto braucht in beiden Fällen eine Straßenzulassung.