Hockenheimring
Das Hockenheimring Kurventraining – verbessern Sie Ihre Fahrskills
Kurventraining am Hockenheimring: welche Kurventypen die Strecke bietet, wie Sie bremsen, einlenken und beschleunigen und wo Sie mit Trainer üben.
Schnell ist, wer in den Kurven wenig Zeit verliert, nicht, wer auf der Geraden am meisten Gas gibt. Der Hockenheimring eignet sich gut, um das zu lernen: Auf einer Runde gibt es einen schnellen Bogen, eine enge Haarnadel, eine lange Kehre und eine Doppelkurve. Was Sie hier üben, macht Sie auch im Alltag zu einem sichereren Fahrer.
Die Grundlagen: vier Phasen jeder Kurve
Instruktoren unterteilen eine Kurve meist in vier Phasen. Wenn Sie diese getrennt betrachten, können Sie an jeder einzelnen gezielt arbeiten:
- Anbremsen: Bremsen Sie kräftig, solange das Auto noch geradeaus fährt. Einsteiger trennen Bremsen und Lenken strikt.
- Einlenken: Lösen Sie die Bremse gefühlvoll und lenken Sie an einem festen Punkt ein, mit einer ruhigen, gleichmäßigen Bewegung.
- Scheitelpunkt: Das ist der innerste Punkt Ihrer Linie. Ihn zu treffen, entscheidet über das Tempo am Ausgang.
- Herausbeschleunigen: Öffnen Sie die Lenkung und geben Sie in gleichem Maß Gas. Nutzen Sie dabei die ganze Streckenbreite bis zum äußeren Rand.
Dazu kommt die Blickführung. Schauen Sie immer dorthin, wo Sie hinwollen: beim Bremsen schon auf den Einlenkpunkt, beim Einlenken auf den Scheitelpunkt, am Scheitelpunkt auf den Ausgang. Das Auto folgt dem Blick. Fortgeschrittene nehmen beim Einlenken einen Rest Bremsdruck mit in die Kurve, das sogenannte Trail Braking. Das sollten Sie erst mit einem Instruktor üben.
Die Kurventypen am Hockenheimring
| Kurve | Typ | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Nordkurve | schnelle Rechtskurve | Bremspunkt aus hohem Tempo finden, sauber einlenken, Schwung mitnehmen |
| Bernie-Ecclestone-Kurve | enge Rechtskurve | Ausgang vor Eingang: Tempo für die Parabolika zählt mehr |
| Parabolika | langer Linksbogen | ruhige Hände, Linie halten, keine hektischen Korrekturen |
| Spitzkehre | Haarnadel rechts | früh und gerade bremsen, später Scheitelpunkt, früh aufs Gas |
| Sachs-Kurve | lange Linkskehre | Geduld, Gas erst mit geöffneter Lenkung |
| Südkurve | Doppelkurve rechts | zwei Scheitelpunkte, die Linie auf den Ausgang zur Geraden ausrichten |
Ein Grundsatz gilt für den ganzen Kurs: Vor langen Geraden lohnt ein später Scheitelpunkt. Wer etwas langsamer einlenkt und dafür früher voll beschleunigt, ist am Ende der Geraden schneller.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zu spät gebremst: Das Auto schiebt über die Vorderräder nach außen. Lieber zehn Meter früher bremsen und sauber einlenken.
- Zu früh eingelenkt: Der Scheitelpunkt liegt zu früh, am Ausgang fehlt Platz. Typisch in der Spitzkehre und der Sachs-Kurve.
- Zu viel Gas zu früh: Bei Hecktrieblern kommt das Heck, bei Fronttrieblern schiebt der Wagen nach außen.
- Der Blick klebt am Randstein: Wer nur auf die Meter direkt vor dem Auto schaut, reagiert zu spät. Heben Sie den Blick.
- Kalte Reifen: In der ersten Runde haben Reifen und Bremsen noch nicht ihre Temperatur. Steigern Sie das Tempo schrittweise.
Wo Sie am Hockenheimring üben können
Ein Angebot mit dem Namen Kurventraining hat der Ring nicht im Programm (Stand: November 2026). Kurvenfahren steckt aber in mehreren Formaten:
- Fahrsicherheitstraining Pkw: ein Tag von 8 bis 16 Uhr im eigenen Auto, höchstens zwölf Teilnehmer. Auf dem Plan stehen unter anderem Kurvenfahren, Bremsen in der Kurve und Ausweichen. Treffpunkt ist das Sachs-Haus im Fahrerlager. Auch Fahranfänger im begleiteten Fahren ab 17 können teilnehmen.
- Race’n’Roll: Ein Instruktor im Auto erklärt Ideallinie und Bremspunkte, Sie fahren einen Supersportwagen, ab 21 Jahren.
- Trackdays mit Coaching: Viele externe Veranstalter bieten Instruktoren an, die bei Ihnen mitfahren.
- Simulator: Im Welcome Center steht ein Rennsimulator, drei Runden auf dem virtuellen Grand-Prix-Kurs kosten 10 Euro. Gut, um die Strecke vorab zu lernen.
Mit Instruktor schneller lernen: Racepool99
Am schnellsten lernen Sie mit einem Profi neben sich. Bei Racepool99 hören Sie Ihren Instruktor über Funk im Helm, während er neben Ihnen sitzt. Er sagt Ihnen in Echtzeit, wo Sie bremsen, einlenken und beschleunigen. Beim Freien Fahren mit dem eigenen Auto erklärt er zu Beginn Sitzposition, Blickführung, Linienwahl, Bremsen und Kurvenfahren, danach fahren Sie selbst. Für Fahrer mit Rennstreckenerfahrung gibt es eine Variante mit einem VIP-Instruktor, der Sie exklusiv betreut. Freies Fahren beginnt bei 449 Euro (Stand: November 2026).
Die Termine 2027 liegen unter anderem am Lausitzring und am Spreewaldring. Den Hockenheimring hat Racepool99 dafür noch nicht im Programm, die Technik lässt sich aber auf jeder Strecke übertragen.
Wer lieber im gestellten Supersportwagen übt, findet bei Racepool99 auch Fahrten im Porsche 911 GT3, Lamborghini Huracán LP 610-4, Ferrari F488 GTB und Audi R8 V10, mit Instruktor am Funk.
Kurven und Streckenverlauf im Überblick finden Sie auf unserer Seite zum Hockenheimring.
Häufige Fragen
Was ist der Scheitelpunkt?
Der Punkt, an dem Ihre Linie der Kurveninnenseite am nächsten kommt. Ab hier öffnen Sie die Lenkung und beschleunigen.
Brauche ich dafür ein Sportauto?
Nein. Das Fahrsicherheitstraining absolvieren Sie im eigenen Alltagsauto, bei Race’n’Roll und Racepool99 stellen die Anbieter die Fahrzeuge.
Kann ich am Hockenheimring ein reines Kurventraining buchen?
Unter diesem Namen bietet der Ring nichts an. Kurventechnik lernen Sie im Fahrsicherheitstraining, bei Race’n’Roll und bei Trackdays mit Instruktoren.
Hilft ein Rennsimulator wirklich?
Für Streckenkenntnis und Bremspunkte ja. Die Kräfte im echten Auto und das Gefühl für Grip ersetzt er nicht.