Hockenheimring
Die Hockenheimring Strecke im Detail
Eine Runde auf dem Grand-Prix-Kurs: Nordkurve, Parabolika, Spitzkehre, Sachs-Kurve und Südkurve erklärt, mit Charakter, Überholstellen und Geschichte.
Der Hockenheimring verbindet auf einer Runde zwei sehr verschiedene Welten: einen schnellen, offenen Teil zwischen Wald und weiten Auslaufzonen und das enge Motodrom, umringt von Tribünen. Seit dem Umbau 2002 ist der Grand-Prix-Kurs 4,574 Kilometer lang. Wir fahren die Runde Abschnitt für Abschnitt ab und erklären, worauf es in den einzelnen Kurven ankommt.
Der Charakter der Strecke
Der Kurs ist weitgehend flach und 12 bis 18 Meter breit. Laut Betreiber hat er sechs Links- und elf Rechtskurven, verbunden durch sechs Geraden. Gefahren wird im Uhrzeigersinn. Das Motodrom entstand in den 1960er-Jahren. Das Konzept stammt laut Betreiber von Ernst Christ, dem Gründervater des Rings, als Planer wird zudem der Niederländer John Hugenholtz genannt, der auch die japanische Strecke Suzuka entwarf. Den heutigen Abschnitt im Osten mit Parabolika und Spitzkehre zeichnete Hermann Tilke für den Umbau 2002.
Für Fahrer und Ingenieure ist das eine Herausforderung: Draußen zählen Stabilität und Höchstgeschwindigkeit, im Motodrom Traktion und Bremsstabilität. Das Setup ist immer ein Kompromiss zwischen beiden Welten. Der Kurs hat die höchste Lizenzstufe der FIA, Grade 1, die Voraussetzung für Formel-1-Rennen ist.
Eine Runde, Abschnitt für Abschnitt
- Start-Ziel-Gerade: Sie verläuft im Motodrom zwischen Haupttribüne und Boxenanlage nach Norden. Hier wird beschleunigt, was der Ausgang der Südkurve hergibt.
- Nordkurve: die erste Kurve, eine schnelle Rechtskurve, heute nach einem Sponsor Ravenol-Kurve genannt. Nach dem Start drängt sich hier das Feld, entsprechend oft wechseln in dieser Kurve die Positionen.
- Bernie-Ecclestone-Kurve: eine enge Rechtskurve am nördlichsten Punkt. Bis 2001 ging es hier geradeaus in den Wald. Außen erinnert das Jim Clark Memorial an den zweifachen Weltmeister, der 1968 in Hockenheim tödlich verunglückte.
- Parabolika: ein langer Linksbogen, der mit Vollgas gefahren wird. Hier entstehen die höchsten Geschwindigkeiten der Runde, die Fahrer suchen den Windschatten.
- Spitzkehre: die engste Kurve der Strecke, eine Rechtskehre am östlichen Ende. Aus dem höchsten Tempo geht es in den langsamsten Teil der Runde. Für viele ist das die beste Überholstelle.
- Rückweg und Kurven an der Osttribüne: Nach einer Geraden folgen eine Rechts- und eine Linkskurve vor der Osttribüne, danach ein schneller Bogen in Richtung Motodrom.
- Einfahrt Motodrom: eine schnelle Rechtskurve führt ins Stadion. Ab hier wird es eng und laut, die Tribünen rücken nah an den Asphalt.
- Sachs-Kurve: eine lange, langsame Linkskehre vor der Innentribüne. Wer hier zu früh Gas gibt, verliert das Heck oder die Linie.
- Südkurve: eine doppelte Rechtskurve vor der Südtribüne. Wer sie sauber verlässt, nimmt Tempo auf die ganze Gerade mit.
Wo überholt wird
Der Umbau 2002 sollte ausdrücklich mehr Überholmanöver bringen, und das gelingt vor allem an zwei Stellen. Am Ende der Parabolika bremsen die Fahrer aus voller Fahrt in die Spitzkehre, wer im Windschatten aufgeholt hat, sticht hier innen hinein. Die zweite klassische Stelle ist die Nordkurve, vor allem in der ersten Runde nach dem Start. Im Motodrom ist es enger, dafür sehen die Zuschauer dort jeden Zweikampf aus nächster Nähe, etwa beim Anbremsen der Sachs-Kurve.
Die alte Strecke im Wald
Bis 2001 war der Hockenheimring ein Hochgeschwindigkeitskurs mit rund 6,8 Kilometern. Lange Geraden führten durch den Hardtwald, unterbrochen von Schikanen und der weiten Ostkurve. Für Zuschauer war ein Großteil dieser Strecke nicht zugänglich, und die Formel 1 verlangte einen kürzeren Kurs. Nach dem Umbau für rund 62 Millionen Euro war die Runde etwa zwei Kilometer kürzer, die Zuschauerplätze stiegen von 83.000 auf 120.000. Teile der alten Waldstrecke wurden zurückgebaut und wieder aufgeforstet.
Die wichtigsten Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge Grand-Prix-Kurs | 4,574 km |
| Breite | 12 bis 18 m |
| Kurven | 6 links, 11 rechts |
| Fahrtrichtung | im Uhrzeigersinn |
| Formel-1-Rundenrekord | 1:13,780 min, Kimi Räikkönen, 2004 |
| Eröffnung | 29. Mai 1932 |
Wie sich diese Runde aus dem Cockpit anfühlt, lässt sich kaum beschreiben, man muss sie fahren. Racepool99 bietet Fahrten in Supersportwagen wie Porsche 911 GT3, Lamborghini Huracán LP 610-4, Ferrari F488 GTB und Audi R8 V10 an, mit Instruktor auf dem Beifahrersitz. Für 2027 sind die Termine auf anderen Rennstrecken geplant, Termine am Hockenheimring hat der Anbieter noch nicht veröffentlicht (Stand: November 2026).
Eine Grafik des Kurses finden Sie auf unserer Streckenseite zum Hockenheimring.
Häufige Fragen
Wie viele Kurven hat der Hockenheimring?
Der Betreiber nennt sechs Links- und elf Rechtskurven, zusammen also 17. Manche Quellen nennen 13 Kurven, je nachdem, wie sie Kurvenkombinationen zählen.
Welche Kurve ist die langsamste?
Die Spitzkehre am Ende der Parabolika ist die engste Kurve der Strecke. Auch die Sachs-Kurve im Motodrom wird langsam gefahren.
Wer hat den heutigen Kurs entworfen?
Das Motodrom geht auf ein Konzept von Ernst Christ aus dem Jahr 1961 zurück, an der Planung war John Hugenholtz beteiligt. Eröffnet wurde es 1966. Die Verkürzung von 2002 plante Hermann Tilke.
Ist die Strecke für Einsteiger geeignet?
Ja. Der Kurs ist flach, übersichtlich und hat große Auslaufzonen. Bei den Touristenfahrten und Fahrerlebnissen des Rings fahren regelmäßig Menschen ohne Rennerfahrung.